Now Reading
BASICS – Rechnung schreiben: aber richtig

BASICS – Rechnung schreiben: aber richtig

Freie Journalist*innen müssen ständig Rechnungen schreiben. Doch was genau gehört noch mal auf eine Rechnung? Eine kurze Übersicht: als Check-up für alte Hasen oder Tutorial für junge Füchse

Von Jan Schwenkenbecher

Die Umsätze im Land sollen steigen, dafür muss die Mehrwertsteuer sinken. Der normale Satz fällt von 19 auf 16 Prozent, und der vergünstigte Satz purzelt von sieben auf fünf Prozent. Gerade Letzteres interessiert uns freie Journalist*innen in besonderem Maße: Müssen wir doch nun alle mal ran an unsere Rechnungsvorlage und diese für die Zeit von Juli bis Dezember anpassen. “7 % Umsatzsteuer” raus, “5 % Umsatzsteuer” rein.

Ja, ach, und wo die Vorlage nun eh schon offen ist: Lest schnell den Text zu Ende und werft doch einen kurzen, prüfenden Blick auf eure Rechnung. Steht denn wirklich alles drinnen, was das Gesetz verlangt? Natürlich eignet sich der folgende Artikel auch für all diejenigen, die noch keine solche Rechnungsvorlage besitzen, gern aber eine hätten – auch euch soll am Ende geholfen werden.

Also mal los. Die gesetzlichen Anforderungen an eine jede von Selbstständigen ausgestellte Rechnung sind im Umsatzsteuergesetz niedergeschrieben. Falls mal jemand den genauen Wortlaut nachschlagen möchte: Paragraf 14 – Ausstellung von Rechnungen. Es gibt allerdings noch ein paar andere Punkte, für die auf jeder Rechnung ein Plätzchen frei sein sollte und die ihr besser noch dazuschreibt. Sie sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber ihr werdet schon sehen, was ich meine.

Damit jede*r ein Bild vor Augen hat, wenn es gleich um die einzelnen Punkte auf der Rechnung geht, sei euch an dieser Stelle zunächst ein Bild vor Augen gesetzt – das Bild einer Musterrechnung:

Auch interessant

Die Punkte eins bis elf sind die gesetzlichen Anforderungen an eine Rechnung. Mindestens enthalten muss die Rechnung also:

  1. Name und Anschrift von euch
  2. Name und Anschrift der Auftraggeber*innen
  3. Rechnungsdatum
  4. Rechnungsnummer (muss fortlaufend sein, darf auf keinen Fall doppelt vergeben werden)
  5. Leistungsbeschreibung (Menge, Umfang, Art, ggf. auch Zahl gearbeiteter Stunden oder Tage)
  6. Leistungszeitraum und/oder Lieferdatum
  7. Nettobetrag
  8. Umsatzsteuer-Satz (meist 7 % für Journalist*innen; von Juli bis Dezember 2020 nur 5 %)
  9. Umsatzsteuer-Betrag
  10. Bruttobetrag
  11. Steuernummer

Darüber hinaus empfehlen sich folgende weitere Angaben:

  1. Kurzes Anschreiben (sonst klingt’s blöd)
  2. Zahlungsfrist (sonst dauert’s lange)
  3. Eure Bankverbindung (sonst kommt’s nicht)

Und das war es eigentlich auch schon. 14 Punkte, und eure Rechnung ist komplett. Ihr dürft sie natürlich nach Belieben anpassen und mit eurem Logo oder eurem Lieblings-Font versehen. Aber bitte nicht zu viel Schnickschnack – wir sind doch Profis. Noch ein Hinweis für alle Kleinunternehmer*innen: Wenn ihr Kleinunternehmer*innen und damit von der Umsatzsteuer befreit seid, dann müsst ihr einen entsprechenden Hinweis auf die Rechnung setzen. Zum Beispiel: „Nicht umsatzsteuerpflichtig nach § 19 UStG“.

Kommentare anzeigen (0)

Antworten

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht

Nach oben